Dienstag, 1. März 2016

Schicksal oder Zufall?

Schicksal oder Zufall? Genau das habe ich mich öfters in den letzten Tagen gefragt.

Hallo :)
fangen wir erstmal von vorne an, so dass ihr versteht von was ich überhaupt rede. 
Back in the US, wie ich es so gerne sage, war ich wie ihr euch bestimmt noch erinnern könnt in einer Deutschklasse. Da dieser Kurs eine AP - Class war, haben vor allem Juniors und Seniors an diesem Kurs teilgenommen. So auch meine beste Freundin Bekah, unter anderem auch Niklas und Julia, die beiden anderen Austauschschüler, und zu guter letzt auch Benjamin. Er war Senior und war ein ziemlich guter Schüler, denn er hatte überwiegend AP Klassen, war in Madrigals (dem besten Chor) und hat das Sterling Scholarship bekommen, zudem hat viele andere Stipendien erhalten.
Doch wie es so üblich ist bei den Mormonen hat er beschlossen direkt nach seiner Schulzeit dem Herrn zu dienen und auf eine Mission zu gehen. Da er seit mehreren Jahren Deutsch gelernt hatte, lang es nahe, dass er in Deutschland plaziert werden würde. Was auch später auch wirklich geschah.

Als wir das letzte Mal Deutschunterricht hatten in dem Schuljahr 2014/15 hat auch er in mein Yearbook geschrieben. Ich kann mich heute noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen und wir haben dann noch Spaß gemacht, dass wir uns sowieso wieder in Deutschland sehen werden. Jedoch wussten wir beide, dass es sehr unwahrscheinlich sein würde. Denn bei einer Mission ist man oft in mehreren Städten stationiert, darf kein Kontakt nach Hause haben nur per Email.

Letztens als ich sehr starkes Heimweh hatte habe ich durch mein Yearbook geblättert und erneut ist mir sein Eintrag ins Auge gestochen. Ich habe darüber nach gedacht, wo er denn wohl gerade ist und wie es ihm den geht.
Als ich wenige Tage später auf Facebook war, scrollte ich nach unten und schaute mir die verschiedenen Beiträge von Freunden, Familienmitglieder, anderen Austauschschüler, verschiedener Gruppen and und im Augenwinkel sah ich, dass Benjamin seine Mutter ein Bild mit text auf Benjamin seinem Account hoch geladen hatte. Da mir langweilig war überflog ich den Text und laß auf einem Mal den Namen der Stadt in der ich zur Schule gehe. Ich war verwirrt, also laß ich nun den ganzen Text.
Ich war auf dem Weg zu meiner Praktikumstelle und hatte noch über 30 Minuten Bahnfahrt vor mir.
Als ich den kompletten Text gelesen habe, musste ich ihn kommentieren, denn ich wollte ihn unbedingt treffen.

Das war der besagte Facebook Beitrag:
I got up this morning and staggered into the study of our apartment, and into my Favorite chair. The window to our patio was wide open, and, since our apartment is a bit up on the hill, I got to watch the beautiful colors as the sun rose above xxx.
Let me simply say that there is no painting more inspiring and
beautiful to me than the sky. There is also a certain beauty to the
city, even with all it's dirt and graffiti. I honestly feel that we
have the greatest work of art in front of our eyes all the time
without noticing. The characters on the street are more colorful and
dramatic than I've seen in any play. I love the way that rails on the
railroad sing and hum, and the jazzy beat of the ticket machine. I
think with most of our art we are simply trying hopelessly to match
the indescribable majesty and infinite detail of the world which was
given to us.
I've called God "the Great Scientist" before, but I think he's also
earned the title "The Greatest Artist"
und das Bild
Nachdem ich es kommentiert hatte musste ich einige Tage warten bis ich eine Antwort bekam. Ein paar Tage später schrieb mir seine Mutter und gab mir seine Email Adresse. Nach regem Email Kontakt kam es dazu, dass wir, sein Companion, Benjamin und ich, ein Treffen ausmachten. Ich wollte unbedingt hören, wie es ihm geht und viele Geschichten von seiner Mission erzählt bekommen. Er wollte wissen, wie es mir geht, was ich mache, wie Schule in Deutschland läuft und vieles mehr.
Wir verabredeten uns in einem Eiscafé am Donnerstag, den 25.02.. Direkt nach dem Schulschluss um 16Uhr haben wir uns getroffen und über eine Stunde lang über alles geredet.

Ich muss zugeben, dass ich nicht die beste Woche hinter mir hatte. Obwohl es schulisch top lief und ich in allen 3 Test, die ich in der Woche geschrieben hatte, eine 1 bzw. in Französisch eine 1-2 bekam, umso schlechter lief es mit meiner besten Freundin und dem altbekannten Thema Jungs, aber dazu mehr wann anders.
Als ich endlich nach so langer Zeit Englisch mit Amerikanern geredet habe, war ich mehr als glücklich. Ich kannte die beiden fast gar nicht bzw. ich war mit Benjamin 1 Jahr lang in einer Klasse gewesen, jedoch nie eine längere Konversation mit ihm geführt.
Ich habe viele Geschichten von den beiden erzählt bekommen, sie haben über Gott geredet und waren offener Meinung meiner Ansicht gegenüber. Sie verstanden wie ich Glaube definiere und fragten mich Dinge über meinen Glauben und generell über meine Ansichten. Sie wollten mich weder übereden iihrer Kirche beizutreten noch ihre Kirche schmack haft machen. Denn offensichtlich war ich schon sehr gut informiert und stellte konkrete Fragen, hatte jedoch auch mein eigenes Meinungsbild über ihre Kirche.
Neben der Kirche gab es natürlich genügend Gesprächsstoff, wie Schule, Hobbies, Freunde und vieles mehr. Die Zeit verging schnell und am Schluss der ein einhalb Stunden hatte ich ein großes breites Grinsen im Gesicht.

Wenige Tage erhielt ich von ihm eine Email in der er schrieb wie sehr es ihm gefallen hat mich zu sehen und von mir zu hören.
"It seems to me that you really are someone special, who is intelligent and has many talents. You also seem like a truly good person, which is harder to find than someone who is talented and intelligent. To be completely honest, I was more impressed by you than practically any other person who I have met so far on my mission, except for perhaps one other person. I look forward to seeing you again...."
Am Samstag hat er erfahren, dass er und sein für weitere sechs Wochen in meiner Stadt bleiben und anschließend weiter nach Österreich ziehen. Also werde ich ihn auf jeden Fall mindestens noch einmal sehen.

War das nur Zufall oder Schicksal? Ich weiß es nicht, aber ich hatte das dringende Bedürfnis euch von meiner Erfahrung zu erzählen :)
Bis bald ♥






Kommentare:

  1. Oh wie schön! Was für ein Zufall! Oder doch schicksal?
    Aber sag mal... ist das vielleicht Pforzheim?
    Das Bild zumindest kommt mir unheimlich bekannt vor!

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    1. ja das ist Pforzheim :)
      Echt? woher kennst du es denn?

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    2. Ich wohne nur wenige Minuten von Pforzheim entfernt, und bin da auch damals auf die Schule gegangen. :)

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